Ideen

Unter Ideen werden hier bewusste Vorstellungen oder Visionen mit den dazugehörigen Gefühlen verstanden. Ideen produzieren wir ununterbrochen, da wir Menschen kreativ sind und den Antrieb in Ideen finden, welche mit positiven Gefühlen verbunden sind. Unsere Ideen mit den darin enthaltenen Gefühlen sind, wie wir die Welt sehen.

Um die Entstehung von Ideen besser zu verstehen, eignet sich das Javea-Modell. Es wurde entwickelt, um den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung, Eindrücken, Gefühlen und Interpretation bis hin zur Entstehung von Ideen und Motivationen zu beschreiben.

Der Prozess der Wahrnehmung im Javea-Modell

Das Javea-Modell

Das Javea-Modell ist ein Kreislauf, bei dem Ideen durch wiederholte Umläufe des Modells entstehen. Ideen werden dadurch stetig revidiert, entwickelt und manchmal auch verworfen.

Die Wahrnehmung unserer Umwelt und unserer Gedankenwelt ist vorerst unbewusst. Diese Wahrnehmungen führen zu Eindrücken in unserem Gehirn, welche einerseits motorische Reflexe und körperliche Reaktionen und andererseits innere Bilder auslösen. Eindrücke können Handlungen zur Folge haben, auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind, wie z.B. dem Ausweichen einer Pfütze . Die Handlung passiert einfach so und findet ohne Interpretation statt. Dies ist für viele Situationen völlig ausreichend, doch manchmal braucht es die Interpretation eines Eindrucks. Interpretation ist die bewusste Analyse und Auswertung der Eindrücke und sie wird in das bestehende Gesamtbild eingebunden. Die Hauptaufgabe der Interpretation ist immer folgende: Sie muss eine Bedeutung erzielen, eine Idee erzeugen, «Sinn machen». Wird erfolgreich interpretiert, so dass eine neue Idee entsteht oder eine bestehende erweitert wird, so vergrössert sich auch unsere Sammlung an Wissen, Erfahrungen und Erinnerungen, die hier alle als Ideen bezeichnet werden .

Während die ersten beiden Schritte Wahrnehmung und resultierender Eindruck unbewusst ablaufen, entstehen das bewusste Gefühl sowie die Idee aus der Interpretation der Eindrücke. Das Gefühl entsteht somit in zwei Schritten: Die körperlichen Reaktionen im unbewussten Teil werden während der bewussten Interpretation einem benannten Gefühl zugeordnet. Das daraus folgende Ergebnis der bewussten Interpretation ist die bewusste Idee im Javea-Modell. Ideen entstehen laufend und werden stets mit einer Vielzahl bereits bestehender Ideen verknüpft. Interessant ist, dass sich die Gefühlslage einer bereits gespeicherten Idee neu einstellt.

Die Zutaten für das Konstruieren einer Idee sind somit

  • Wahrnehmung über die Sinne
  • Umgebung
  • Körperliche und motorische Reaktionen
  • Sammlung an bereits bestehenden Ideen mit ihren jeweiligen Gefühlsausprägungen

Je komplexer die Idee, desto mehr Umläufe im Javea-Modell sind nötig, um sie entstehen zu lassen. Wenn wir eine Idee entwickeln oder sie reifen lassen, sprechen wir genau von diesem Mechanismus. Wieder und wieder nehmen wir unsere Idee von Neuem wahr und interpretieren sie anders. Die neue Idee ist das Ergebnis des kreativen Prozesses der Interpretation, der die bisher als unterschiedlich abgelegten Ideen in neuer Kombination zusammenführt oder neue Ideen entstehen lässt. Kreativität ist somit das Zusammenführen von bestehenden mit neuen Ideen.

Der Vorgang des Javea-Modells ist grundlegend für das Verständnis des Menschen, das sich das Weltbild des Menschen über diesen Vorgang bildet und entwickelt

Ideenkonflikte

Wir streben nach Ideen, welche mit positiven Gefühlen verknüpft sind. Die Ideen müssen besser sein als andere Alternativen, die zur Verfügung stehen. Somit werden Ideen auch durch die Konkurrenzsituation beeinflusst und dadurch manchmal neu oder anders bewertet oder wieder verworfen.