Aktivität

Als Mitarbeitende von unterschiedlichsten Unternehmen sind wir besonders wertvoll, wenn wir uns aktiv einbringen und Einsatz leisten. Genauso ist es in privaten Beziehungen, oder wer will schon mit jemandem zu tun haben, der/die nur redet und nichts unternimmt? Aktiv werden und aktiv bleiben ist jedoch nicht immer leicht und mit Anstrengungen verbunden, vor allem dann, wenn uns die Motivation fehlt.

Gerade am Arbeitsplatz ist es an der Tagesordnung, dass Mitarbeitende Aufgaben erfüllen müssen, die sie nicht mit positiven Gefühlen verbinden können. Dies ist oft der Grund, weshalb Projekte nicht vorwärts gehen, weshalb Mitarbeitende nur Dienst nach Vorschrift leisten. Die Vorgaben der Vorgesetzten sowie die Aufgaben und Ziele des Unternehmens erfolgen ohne dass die zu erwartenden Gefühle der involvierten Personen beleuchtet werden. Die Folge davon können schlechte Stimmung und fehlende Effizienz sein, während die budgetierten Kosten trotzdem entstehen. Es ist durchaus auch wirtschaftlich gesehen interessant, sich ein besseres Verständnis für Menschen und ihre Gefühle anzueignen, denn dadurch werden die gesteckten Ziele nicht nur qualitativ besser erreicht, sondern auch kosteneffizienter.

Woher kommt unser Antrieb?

Während die meisten von uns als Kinder den Entdeckergeist voll ausleben, alles erforschen und erleben möchten, klingt dieser mit zunehmendem Alter mehr und mehr ab. Als Erwachsene finden wir unseren Antrieb in Ideen und Vorstellungen, die mit positiven Gefühlen verbunden sind und Aussicht auf Anerkennung haben. Werte spielen dabei auch eine wichtige Rolle, denn sie machen Ideen erst zu dem, was sie für uns bedeuten. Über die gesamte Lebensdauer werden Werte immer wieder um- und neu geformt und von bereits umgesetzten Ideen beeinflusst.

Aktivität erfolgt, wenn wir von der Idee und der Motivation ins tatsächliche Handeln kommen. Dabei führen wir im Idealfall nicht einfach Aufgaben aus, die wir tun «müssen», sondern die wir ausführen wollen und für die wir uns gerne einsetzen. Wir tun natürlich auch Dinge, weil wir müssen oder glauben zu müssen. Auch dies hat mit unseren Werten zu tun, nämlich mit dem Wert, dass wir uns an Regeln und Gesetze unseres Umfelds halten wollen und nicht ausgestossen oder bestraft werden.

Unsere Bereitschaft zur Aktivität kann gehemmt werden, wenn Ideen und Aufgaben keine positiven Gefühlen auslösen. Auch die Angst vor dem Ungewissen Ausgang unserer Handlungen kann die Motivation eindämmen und dazu führen, dass wir unseren Antrieb und den Wunsch zum aktiv werden verlieren.

Antrieb und Aktivität stärken

Um anderen zu mehr Aktivität zu verhelfen, sodass sie sich engagiert für eine Idee oder Aufgabe einsetzen, beginnt einmal mehr beim Zuhören: Wenn wir anderen zuhören und Verständnis für ihre Motivation, Werte und Ideen zeigen, gewinnen wir ihr Vertrauen. Sie fühlen sich anerkannt und sind daher auch bereit, uns zuzuhören.
Wenn wir es dann gemeinsam schaffen, vorgegebene Aufgaben z.B. im Unternehmen mit positiven Gefühlen zu verbinden, ist ein erfolgreiches und effizientes Erreichen der Ziele viel wahrscheinlicher.

Ähnlich können wir unsere eigene Aktivität stärken. Indem wir uns hinterfragen und versuchen zu ergründen, welche Gefühle wir mit Ideen und Aufgaben verknüpfen und wie wir diese in Einklang bringen können.

Überaktivität

Aktivität kann auch zu stark ausgeprägt sein und ins sogenannten Hamsterrad führen. Man arbeitet, ist aktiv, ohne sich die benötigten Ruhepausen zu gönnen, vermeintlich positive Gefühle durch materiellen Konsum zu spüren, ohne als Mensch mit seinen Werten und Ideen anerkannt und befriedigt zu sein. Am Ende sind wir dadurch müde, ausgebrannt und krank, leiden vielleicht an einer Erschöpfungsdepression (Burn-Out). Nicht immer ist es sinnvoll, aktiv zu sein. Auch hier hilft es in der Auseinandersetzung mit sich selbst herauszufinden, welche Ideen oder Aufgaben unseren vollen Einsatz verlangen und verdienen.